Anton Johann Peterka

Schuhmachergehilfe. Widerstandskämpfer. Hingerichtet.

* 1905    † 1943

 

Lebenslauf

Anton Johann Peterka wurde am 20.12.1915 in Wien geboren. Er arbeitete als Schuhmachergehilfe und Finanzangestellter. Von 1924 - 1928 war er Mitglied der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreich. Von 1926 - 1934 schloß er sich der freien Gewerkschaft an.

Funktionär der illegalen KPÖ

1932 wurde Anton Johann Peterka Mitglied der KPÖ und der revolutionären Gewerkschaftsopposition. Er fungierte als Funktionär der illegalen KPÖ.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 24. 6. 1941 wurde Anton Johann Peterka verhaftet und am 14. 4. 1943 zum Tode verurteilt. Am 1.7.1943 erfolgte seine Hinrichtung im Landesgericht I in Wien.

Aus dem Urteil

„Der Angeklagte hat vom Sommer 1939 bis Juni 1941 als führender kommunistischer Funk­tionär am Aufbau und Ausbau der Organisation der illegalen KPÖ in Wien maßgeblichen Anteil genommen, hat zu diesem Zweck zahlreiche Besprechungen mit anderen kommunistischen Funktionären abgehalten und an der Herstellung und Verbreitung kommunistisch-zersetzender Schriften mitgearbeitet. Er wird deshalb wegen Vorbereitung zum Hochverrat in erschwerter Form zum Tode und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebzeit verurteilt. (…) Nach der glaubwürdigen Aussage des Zeugen Großberger [Gestapobeamter] hat der Angeklagte bei der Erhebung ganz ungewöhnliche Schwierigkeiten bereitet. Er hat niemals Angaben aus eigenem Antriebe gemacht, sondern erst auf Vorhalt von anderweitigen Ermittlungsergebnissen sich bequemt, seinerseits sich darauf einzulassen. Zu einem umfassenden Geständnis hat sich der Angeklagte erst am 28. August 1942 nach mehr als einjähriger Haft und hartnäckigem Leugnen eingelassen.“

Gedenktafel

Sein Name steht auf einer 1946 enthüllten Gedenktafel in der Bezirksleitung der KPÖ-Penzing (Wien 14, Drechslergasse 42; jetzt Sitz der KPÖ).

Gedenkort - Straflandesgericht Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Wiener Landesgerichts findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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